Zugbildung Epoche IV: Bingerbrück-Bad Kreuznach-Kaiserslautern (Teil 2 – Plan- und Sonderverkehr)

Der Planverkehr bot im Jahr 1974 noch ein abwechslungsreiches Bild: Vor Personenzügen kamen 23, 50, 211, 212, 216 und 218 zum Einsatz. Die Stars der Strecke waren die D-Züge der Relation Frankfurt-Paris. Dieses Zugpaar war übrigens nach dem 2. Weltkrieg eine der ersten internationalen Verbindungen der noch jungen Bundesbahn. Die Züge wurden bis in die 1960er-Jahre mit 01 oder 39 bespannt. In Kaiserslautern fand dann ein Wechsel statt; eine E41 übernahm hier den Zug bis zur französischen Grenze. Danach kamen umgebaute Vt08/Vt12-Einheiten zu einem Gastspiel. Diese Triebzüge waren im Bw Frankfurt(Main)-Griesheim stationiert.

 

Die Jahre 1972 bis 1974 brachten auch an der Nahe den großen Strukturwandel. Die letzten Dampfloks der Baureihen 23 und 50 verabschiedeten sich so langsam aus dem planmäßigen Personenzugdienst. Im Güterverkehr war besonders die 50er noch nicht zu ersetzen.

Außerdem wurden 1973 die letzten V200 aus Kaiserslautern abgezogen. Die 216er folgten kurze Zeit später bis 1975  und überließen alleine der nagelneuen Baureihe 218 den hochwertigen Reisezugverkehr.

Die Zugkompositionen zeigten sich in diesen Jahren so bunt wie vielleicht danach nie mehr wieder: 3- und 4-achsige Umbauwagen, Silberlinge, Altbau-Personenwagen, daneben UIC-Y und Inox-Wagen der SNCF.

 

Doch nun genug der Worte, hier die markantesten Zugreihungen zwischen Bingerbrück und Kaiserslautern:

P 4376 Kaiserslautern-Bad Kreuznach-Bingerbrück (17:41 Uhr ab Bad Kreuznach)

 

640.082.K.MzD.00.07.1973.beiMuensterSarmsheim.211.N

P 2380 Bingerbrück-Bad Kreuznach-Kirn (18:32 Uhr ab Bad Kreuznach)

Reihungsplan: BDyg 531, AByg 503, Bye 667, Byg 515

 

Hier noch eine betriebliche Besonderheit:

Der N 5364 fuhr um 16:11 Uhr ab Bingerbrück mit dem Ziel Bad Kreuznach, das um 16:30 Uhr erreicht wurde.

Danach setzte die Lok der Baureihe 50 um und verließ kurze Zeit später von Gleis 1 wieder den Bahnhof Bad

Kreuznach als N 5357.

 

640047bingerbrueck50pcopy5do7l

N 5364 Bingerbrück-Bad Kreuznach (16:11 Uhr ab Bingerbrück)

 

1f5x-v

N 5357 Bad Kreuznach-Bingerbrück (16:xx Uhr ab Bad Kreuznach)

 

E 2150 Frankfurt-Bingerbrück-Bad Kreuznach-Saarbrücken (12:04 Uhr ab Bad Kreuznach)

Bis Bingerbrück wurde dieser Zug mit einer E41 bespannt!

 

27100bingerbrck19730904fz4

N 2364 Bingerbrück-Bad Kreuznach (Bingerbrück ab 16:11)

 

 

0230091974051430badkreuznach36367ex2

N36367 Bad Kreuznach-Kaiserslautern

 

 

650.Schelenz.00.06.1972.Ebernburg.220-027.16.uhr

D 255 Frankfurt-Paris



 

Eine 212 mit N5352 in Richtung Kirn

640.034.00.02 in Bad Münster

Reihungsplan: Bm 232, Bm 232,…

 

Eine 212 schleppt einen 515 Richtung Bad Kreuznach

640.117.K.MzD.00.10.1973 bei Bretzenheim/Nahe

 

Ein 795 des Bw Simmern als Nto 5349 auf dem Weg nach Langenlonsheim

640.097.K.MzD.00.02 bei Bretzenheim/Nahe

 

Außerdem steht hier der damals noch umfangreiche Sonderverkehr auf dem Programm. Vor allem im Militärverkehr zum Truppenübungsplatz Baumholder fuhren eine Reihe interessanter Züge auf der Nahestrecke.

Bespannt mit Lokomotiven der Baureihen 50 oder 211/212 wurden die oftmals sehr schweren Züge bis Heimbach befördert. Ab hier musste aufgrund der Steigung auch mal eine Schublokomotive nachhelfen um die Züge auf den „Berg“ zu drücken.

 

Wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist, wurde der Zug bereits in Kirn auf die Seite genommen und eine Schublok (211) an den Zug angehängt.

bw1972011x20kirnberholungrk9kv5 in Kirn

 

Mit vereinten Kräften konnte der schwere Panzerzug über Idar-Oberstein nach Baumholder befördert werden.

bw1972011x30idarobersteinfi7 bei Idar-Oberstein

 

Munitionszug mit 052 716-8

640.111.K.MzD.00.02 bei Bretzenheim

 

Zusätzlich zu diesen Dgm (Durchgangsmilitärzug) verkehrten zwischen Heidelberg und den US-Army-Hospitals in Münchweiler (Rodalb) und Neubrücke Lazarettzüge (umgangssprachlich: „Tripper-Express“). Diese bestanden aus den extra für diesen Zweck gebauten VT 608.8.

Leider hat sich bislang nur Lima dieses Vorbilds angenommen. Ein Umbau auf Basis des Roco VT 08 ist möglich, aber auch nur mit größerem Aufwand realisierbar.

 

Fahrzeiten (Dgm, Lazarettzüge)

 

Dgm 83102 B / 83202 B  Grafenwöhr/Gießen – Mainz – Bad Münster – Baumholder

Tfz 050       Hg 65 km/h          Last 1410 t, ab Kirn 1060 t, ab Idar-Oberstein 1030 t, ab Heimbach 650 t

 

Grafenwöhr ab                       03:24

Bad Münster        16:11          16:18

Kirn                     17:12          17:30

Idar-Oberstein     18:03          18:21

Kronweiler                             18:36 a)

Heimbach            18:50          18:55 b)

Baumholder         19:14

a)     Ng 16111 W/Sa wartet in Kronweiler

b)    Kreuzung Pto 2977; Pto 2982 folgt!

 

Dgm 83331         St. Wendel – Türkismühle – Heimbach – Baumholder

Tfz 050       Hg 60 km/h          Last 970 t      

 

St. Wendel                              09:27         

Türkismühle        10:00          10:02

Heimbach            10:20          10:50

Baumholder         11:09

 

Für Züge aus Richtung Türkismühle nach Baumholder

a)     Anbringende Zuglok fährt ab Heimbach(Nahe) als Schiebelok, sofern eine zweite Lok erforderlich ist.

b)    Die Reisezugwagen laufen ab Heimbach (Nahe) am Schluß des Zuges.

 

Sonderzüge

Immer häufiger fuhren Sonderzüge für die damals schon recht umfangreiche Gemeinde der Dampffreunde und mischten den Planverkehr etwas auf.

 

Sonderzug mit 051 832-4:

s010a0030518324badmnstebw0 in Bad Münster

 

s010a004051832412101975gf1 in Staudernheim

 

 

Hierbei war die damals in Kaiserslautern beheimatete 50 1832 besonders beliebt. Im Glantal, auf der Biebermühlbahn, nach Zweibrücken als auch im Hunsrück durfte sie den Abschiedszug vom Dampfbetrieb bespannen.

 

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